top of page

Warum du es nicht schaffst deinen Stress zu reduzieren

Wir leben in einer Leistungsgesellschaft. Seit Jahren hörte ich diese Floskel und nickte sie müde ab. Natürlich sah ich, dass Tun und Schaffen gesehen ist. Tat ich ja auch. Die Tragweite dieser inneren Haltung, die ich ungefiltert übernahm, wurde mir erst mit meiner Selbstständigkeit bewusst, als ich bemerkte, dass ich 24/7 nichts anderes tat außer Arbeiten.


Natürlich ist mir als Ärztin bewusst, dass Körper und Geist Erholung brauchen. Immerhin bin ich unter anderem in die Selbstständigkeit gestartet, um mir selbst ein für mich gesünderes Leben zu ermöglichen und meine Patienten dabei zu begleiten, sich ein ebenso gesundes aufzubauen.


Was ich absolut unterschätzt habe, ist mein tief verankertes Werte- und Glaubenssystem, in dem abgespeichert ist, dass nur harte Arbeit auch den gewünschten Erfolg bringt und auch nur so verdient ist.

Volkskrankheit Stress - Zuviel Stress macht krank

Ich bin immer wieder sehr überrascht, wie viel Macht unser Unterbewusstsein über unser Handeln und denken hat. Unsere Glaubens- und Wertesysteme sind so tief verankert, dass sie uns immer wieder begegnen werden und daher entsteht dieser Blogbeitrag.


Während wir Wissen rational sehr schnell verinnerlichen und vielleicht auch logisch direkt verstehen, warum gesunde Ernährung, Stressreduktion oder auch die absolute Umstellung unserer Lebensgewohnheiten anhand unserer persönlichen Vorlieben und Gegebenheiten notwendig ist, fällt die Umsetzung schwer. Das Dranbleiben noch schwerer.


Ursächlich hierfür sind IMMER unsere Glaubens- und Wertesysteme, welche bereits im Baby- und Kleinkindalter entstehen. Am Beispiel Stress zeigt sich wunderbar, wie wir am Vorbild unserer Eltern und Bezugspersonen gesellschaftliche Normen aufnehmen.


In diesem Artikel werden wir uns einmal anschauen, was Stress für unseren Körper bedeutet, warum wir aus diesem Muster so schlecht austreten können und wie du direkt beginnen kannst, dich aus diesem gefährlichen Stresskreislauf zu befreien.


 

Inhaltsverzeichnis:


1) Was ist Stress und was bewirkt er?

2) Warum kultivieren wir Stress als Erfolgssymbol?

3) Wie du aus der Stressfalle aussteigst?


 

1) Was ist Stress und was bewirkt er?


Die Stressreaktion im Körper ist ursprünglich ein lebenswichtiger Mechanismus, welcher in Gefahren- und Belastungssituationen dafür sorgt, dass du direkt körperliche Höchstleistung abrufen kannst. Über die Aktivierung des Sympathikus - den aktivierenden Teil des vegetativen Nervensystems - werden alle Organsysteme und Körperfunktionen so aktiviert, dass eine Flucht- und Kampfsituation ausgeführt werden kann.


Für unsere Vorfahren in der Steinzeit war diese schnelle Aktivierung des Körpers, die maximale Einstellung auf Aufmerksamkeit, Kraft und Schnelligkeit der entscheidende Überlebensvorteil.


Auch heute noch brauchen wir diese schnelle Aktivierung in Gefahrensituationen oder zB. auch für Momente aus deinem heutigen Alltag, in denen du konzentriert und aufmerksam auf de Punkt deine Bestleistung abrufen willst.


Unser Körper ist ein Wunderwerk und unterstützt uns bestmöglich in all unseren unterschiedlichen alltäglichen Herausforderungen - solange er in Balance bleibt. Jedoch wird gerade in unserer heutigen Gesellschaft die Balance zwischen Anspannung und Entspannung, zwischen Sympathikus und Parasympathikus durch einen stetigen Leistungsdruck verschoben und damit entsteht chronischer Stress mit all seinen negativen Auswirkungen.


Akute körperliche Wirkung von Stress


Die akute Stressreaktion versetzt unseren Körper und Geist in eine akute Alarmbereitschaft durch die Aktivierung des Sympathikus. Der Körper wird auf Flucht oder Kampf vorbereitet. Aus dieser Perspektive können wir so auch die körperlichen Reaktionen ganz logisch herleiten:

Wirkung des Sympathikus als akute Stressreaktion

- Weitstellung der Pupillen (maximale Fernsicht)


- Aktivierung des Kreislaufs (Steigerung von Herzfrequenz und Blutdruck)

- Steigerung der Muskeldurchblutung

- Aktivierung des Muskeltonus (Skelettmuskulatur)


- Steigerung der Atemfrequenz


- geringere Darmmotilität (langsame Darmbewegung)

- geringere Ausschüttung von Verdauungsenzymen (langsame Verdauung)

- geringere Darmdurchblutung


- Bereitstellung von Energiereserven i.F. Blutzuckererhöhung

- gesteigerte Schweißsekretion

- Mobilisation von Reparaturenzymen und Immunsystem zur Bewältigung möglicher Verletzungen


- Aktivierung der Aufmerksamkeit (Unterdrückung natürlicher Schlafhormone)

- Ausschüttung von Endorphinen (Schmerzunterdrückung und Euphorie)

Entscheidende Hormone sind hier Adrenalin und Cortisol. In der vorübergehenden Reaktion erfahren wir eine rasche körperliche Aktivierung, ein Scharfstellen unserer Sinne und folgende maximale Aufmerksamkeit und eine begleitende Euphorie. Unsere körperlichen Energiereserven werden bereitgestellt und aufgebraucht.


Chronische körperliche Wirkung von Stress


Hält diese Aktivierung an, verlieren sich mehr und mehr die positiven Auswirkungen und unser natürlicher Rhythmus - die Balance all unserer körperlichen und mentalen Funktionen gerät aus dem Gleichgewicht.


Chronischer Stress bewirkt eine stetige Cortisolüberfunktion mit all ihren Konsequenzen für Körper und Psyche.



Körperliche Gesundheit

Herz-Kreislauf-System

Verdauungsorgane

Nervensystem und Psyche

Immunsystem

Haut und Haare


Insgesamt verlieren wir stetig gesunde Körpersubstanz und wichtige körperliche Systeme geraten aus dem Gleichgewicht.


Symptomübersicht auf Grundlage von Stress

Organsystem

Auswirkung & Symptome

Stoffwechsel

hohe Blutzuckerspiegel bis hin zum (Prä-) Diabetes

Muskel- und Knochenabbau

Einlagerung von Bauchfett

Erhöhung der Blutfette

Herz-Kreislauf-System

Blutdruckerhöhung bis hin zur ateriellen Hypertonie

Gefäßschädigung und Neigung zur Arteriosklerose

kardinale Be-/ Überlastung bis hin zu strukturellen Herzschäden, welche wiederum Herzrhythmusstörungen begünstigen

Verdauungsorgane

Übersäuerung des Magens bis hin zu Magengeschwüren

Reduktion der Verdauungsleistung mit verminderter Nährstoffaufnahme

Neigung zu Obstipation und Reizdarmsymptomatik

Haut und Hautanhangsorgane

Verschlechterung des Hautbildes

Schwitzen und intensiverer Schweißgeruch

Verschlechterung der Haarsubstanz bis hin zum Haarausfall

Nervensystem und Psyche

Schlafstörungen

Nervosität und ständige Überreizung

Neigung zu Dysphorie, Depressiver Verstimmung und Depression

Hormonhaushalt

Begünstigung komplexer hormoneller Dysregulation

Immunsystem

stetige Überaktivierung mit Neigung zu überschießenden Immunreaktionen


Eustress und Disstress


Eine andere Unterteilung von Stress kann danach erfolgen, wie die stressenden, herausfordernde Situationen wahrgenommen werden.


Während Eustress als positiv und aktivierend empfunden wird und durch einen Wechsel aus Anspannung und Entspannung gekennzeichnet ist, empfinden Betroffene Disstress als belastend. Die fehlende Entlastung entsteht zunehmend das Gefühl der Überlastung, Probleme wirken unlösbar.


Das individuelle Stressempfinden ist von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich. Durch die unterschiedliche Ausprägung unserer Stärken. Das Wissen um unsere individuellen Stärken ermöglicht es uns herausfordernde Situationen zu bewältigen.




2) Warum kultivieren wir Stress als Erfolgssymbol?


Die größte Stressfalle sind heute nicht die äußeren Einflüsse, wie noch zu Urzeiten, es sind unsere inneren Dämonen, die uns stetig antreiben und keine Ruhe lassen.


Lernen am Vorbild


In frühester Kindheit erlernen wir die Regeln des gesellschaftlichen Zusammenlebens. Für ein Baby und Kleinkind sind Liebe, Geborgenheit und Fürsorge überlebenswichtig und somit nimmt das Kind zunehmend ein Verhalten an, welches auf positive Reaktionen in seinem Umfeld stößt, um diese Liebe und Zuwendung zu sichern.


Ob dieses Verhalten gesund für Körper und Psyche ist, bewertet das Kind nicht. Ob es ihm gut tut oder sich sicher und integer anfühlt, bewertet das Kind in dieses jungen Jahren ebenfalls nicht. Die gesellschaftlichen Leitplanken aus dem Vorbild unserer Bezugspersonen fließen ungefiltert als unsere innere Richtlinien in unser Unterbewusstsein und manifestieren sich als tief verankertes Werte- und Glaubenssystem, welches uns leitet.



Werte- und Glaubenssysteme und ihre Auswirkungen


Ein tief verankertes Muster ist das Leistungsprinzip. Durch Leistung und Aufopferung ernten wir bereits früh Lob und Anerkennung, was im Verlauf unseres Lebens zunehmend dazu führt, dass wir über unsere Grenzen hinaus gehen und entgegen unserer Werte agieren.


Um zu gefallen und Leistung abzurufen leben wir letztlich in einer anhaltenden Stresssituation, verpassen es unsere Grenzen zu kommunizieren und diese zufahren und unseren Werten entsprechend zu entscheiden. Neben körperlichem Stress entsteht mentaler Stress durch anhaltende Unzufriedenheit.


Da sowohl körperlicher als auch mentaler Stress die selbe Stressreaktion auslösen, führt sowohl die körperliche Rastlosigkeit, fehlende Ruhepausen als auch das ständige Leben entgegen unserer Werte zu chronischem Stress mit den oben aufgeführten langfristigen Folgen.



Innere Arbeit für nachhaltigen Erfolg


Stressmuster sind also tief verankert und lenken unterbewusst unser Handeln und Entscheidungen. Aus Angst vor Verlust von Liebe, Anerkennung oder zB Wohlstand - je nachdem, was ein individuelles Glaubensmuster ist - leben wir in unseren destruktiven Stressmustern.


Ein Ausbrechen aus diesen Mustern braucht mehr als nur die Entscheidung es ab jetzt anders zu machen. Diese tief verwurzelten Ängste und Überlebensantreiber (Liebe, Zuneigung, die unser Überleben sicherten) können unser Nervensystem ganz schön in Aufruhr versetzen, wenn wir aus gesellschaftlichen Normen ausbrechen.


Ein Beispiel ist das klassische "People Pleasing". Beginnen wir NEIN zu sagen und Grenzen für uns und unsere Gesundheit zu setzen, entstehen Gedanken, wie:

>>> Wenn ich nicht mehr alles tue, um gemocht zu werden, werde ich meinen Job verlieren oder bekomme ich die erwünschte Beförderung nicht usw.

Ist es das, was du dir immer erträumt hast, macht das Angst und triggert deine Versagensängste, teils so extrem, dass ausgewachsene Panikattacken entstehen können, was uns in die alten Muster zurück treibt.


Was es braucht ist das Verstehen deiner Muster und Ängste sowie deiner inneren Antreiber und Bedürfnisse. Nachhaltige Veränderung fr ein gesundes Leben auch durch Rückschläge hindurch braucht wirkliche innere Arbeit und Persönlichkeitsentwicklung.





3) Wie du aus der Stressfalle aussteigst?


Um langfristig aus der Stressfalle auszusteigen, braucht es das kontinuierliche Auseinandersetzen mit den eigenen inneren Dämonen. Doch auch kurzfristig erreichst du durch eine Art konsequente Notbremse einen schnellen positiven Effekt.


>>> Nimm dir eine Auszeit und bewusste Pausen.


>>> Nutze täglich Entspannungstechniken, wie die schnell erlernbare Muskelrelaxation nach Ericsson oder geführte Meditationen.


>>> Ruhe bewusst aus, Schlafe viel und gehe in die Natur.


Je nachdem, wie ausgeprägt dein chronisches Stresslevel bereits ist, folgt auf eine lange Phase der Überlastung meist ein echtes Energieloch und gefühlte Energielosigkeit. Viele kennen die klassische Erkältung, die dich zur Auszeit zwingt. Manchmal sind es jedoch auch einfach Tage und Wochen, in denen der Körper viel Schlaf und Ruhe braucht, um das Defizit auszugleichen.


Die konsequente Notbremse ist wie ihr Name sagt eine akute Hilfe, wenn einfach alles über dir zusammenbricht. Bitte zögere nicht auch psychische Unterstützung in Anspruch zu nehmen, denn wie angedeutet, kann gerade beim abrupten Aussteigen aus unseren gewohnten Mustern dein Nervensystem verrückt spielen und stark Ängste schicken. Kombiniert mit der bereits bestehenden Erschöpfung nicht selten überwältigend und gerade für sehr strebsame Menschen sehr überfordernd.


Unterstützung findest du jederzeit beim Hausarzt oder einem Facharzt deines Vertrauens, der mit dir weitere Schritte besprechen wird.


Im nächsten Artikel findest du einen Einblick in die nachhaltige Bearbeitung deiner Stressmuster. Durch eine Kombination aus Persönlichkeitsentwicklung, Achtsamkeit und bewusster innerer Arbeit lernen wir so, unsere antreibenden Stressmuster zu erkennen und zu bewältigen.



 

Mein Angebot für dich


Gesundheitsberatung Dr. Franziska Rudolph - funktionelle Frauenheilkunde und Hypnotherapie

Stress ist nur ein Trigger für belastende und energieraubende Symptome. Durch die Entwicklung eines gesundes Lebensstils basierend aus unterstützender Ernährung und nachhaltig gesundem Lebensstil mit der dafür notwendigen inneren Haltung, entsteht ein ganz neues Lebensgefühl.


In meinen 1:1 Gesundheitsberatungen drehen wir gemeinsam an den Stellschrauben, die deine Symptome nachhaltig mildern und dir wieder Energie und Lebensfreude bringen.


Vereinbare hier dein unverbindliches Erstgespräch




Fotoloft_Erfurt_208494_edited.png

Hi, ich bin Franziska.

Als Ärztin & Expertin für funktionelle Medizin begleite ich Menschen mit Wissen & Tipps aus der ursachenbasierten Medizin zu einem nachhaltig gesunden & symptomfreien Leben.

  • Instagram
  • Facebook
  • Pinterest
  • LinkedIn

Kategorien

bottom of page